[From nobody Sun Sep 23 16:42:34 2007
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	Sun, 23 Sep 2007 14:49:01 +0200 (CEST)
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To: &quot;hermann pitton&quot; &lt;hermann-pitton@arcor.de&gt;
Subject: Kunst als Programm/ Projektionen
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Hier nochmal Dein Text. Vielleicht kannst Du ihn irgendwann mal aktualisi=
eren, so, da=DF Ereignisse, die Du in die Zukunft projeziert hattest und =
schon stattgefunden haben, vielleicht durch andere Projektionen ersetzt w=
erden?
Ich finde den Text nach wie vor gut und lesenswert, vor allem auch die &quot;E=
rfindung&quot; des Titels &quot;Kunst als Programm&quot;.- Sch=F6nen Gru=DF!


Kunst als Programm

Bemerkungen zu den Arbeiten von Wilfried Marks

Was kann man im ausgehenden Jahrhundert, zu dessen Beginn die=20
Heisenberg=B4sche Unsch=E4rferelation und Einsteins Relativit=E4tstheorie=
 dem=20
Imperativ der Aufkl=E4rung, da=DF der Mensch die Kategorien der Welterken=
ntnis=20
bestimme, den ersten Schlag versetzten, und an dessen Ende die vollst=E4n=
dige=20
Auflistung des menschlichen Genoms erwartet wird und erste Patentantr=E4g=
e f=FCr=20
das Multimilliardendollargesch=E4ft bereits gestellt sind, von der Kunst=20
erwarten?

Nach Auschwitz und Hiroshima, nach der Landung auf dem Mond und nachdem d=
as=20
Projekt Selbstbefreiung durch &quot;materialistische Wissenschaft&quot; samt seiner=
=20
Utopie und dem Archipel Gulag ad acta gelegt worden ist, gibt es sicher=20
keine Antworten, aber den Willen, die Frage pr=E4zise und in der richtige=
n=20
Form am richtigen Ort zu stellen.

Die Werke von Wilfried Marks appellieren nicht an das Sch=F6ne des Gef=FC=
hls, an=20
das interesselose Wohlgefallen, wie Kant es wollte. Auch bezwecken sie ni=
cht=20
das Erschauern vor dem Erhabenen, weil in amorphen Strukturen=20
Sprach=E4hnliches und damit vermeintlicher Sinn erscheint, wie in der=20
informellen Malerei.- Nein, sie kommen im Gewand designter Produkte daher=
,=20
geplant und programmiert f=FCr die serielle Produktion, mit glatten=20
Oberfl=E4chen und klaren Formen, wie aus zweiter Hand. Von der Warenform=20
unterscheidet sie nur ihre Nutzlosigkeit. Die Person des K=FCnstlers als=20
spontanes, impulsives oder gar genialisches Subjekt verschwindet vollst=E4=
ndig=20
unter der Oberfl=E4che der generierten Dinge. Diese Dinge begn=FCgen sich=
 nicht=20
damit im Status des Kunstwerks ihre Fremdheit zu offenbaren, sondern sie=20
er=F6ffnen Diskurse, mit denen sie in der Welt der etablierten Codes wild=
ern.

In der oft zwingenden Logik ihrer formalisierten Systeme bringen sie=20
&quot;wirklich Unwirkliches&quot; zum Erscheinen. Aus der repr=E4sentativen Variati=
on=20
eines Grundthemas in Reihen von gleichwertigen Einzelerscheinungen=20
entspringt Unvorhergesehenes, welches auf einer Metaebene- quasi=20
paralogisch- neue Lesbarkeit zul=E4=DFt (z.B. Hinterland, 1990/ 91, Figur=
/=20
Grund, 1988, oder E.N.I.A.C. Furniture, 1983- 85/ 88). Andere Arbeiten=20
pochen mit einer stupenden Beharrlichkeit auf die Identit=E4t von Form un=
d=20
Inhalt, rationalistische Benennungshysterie bis zur Tautologie =FCberzeic=
hnend=20
(z.B. Cool, 1988, Out + In, 1988, Rot, 1988).

&quot;Kunst ist Rationalit=E4t, welche diese kritisiert, ohne sich ihr zu=20
entziehen; kein Vorrationales oder Irrationales..., aber w=E4hrend sie di=
e=20
Gesellschaft opponiert, vermag sie doch keinen ihr jenseitigen Standpunkt=
 zu=20
beziehen; Opposition gelingt ihr einzig durch Identifikation mit dem,=20
wogegen sie aufbegehrt&quot;. (1)

Dem folgend hat sich heute der Standort der Kunst weiter verschoben, da d=
as=20
Subjekt als Ma=DF der Dinge

l=E4ngst durch die neuen Fakten liquidiert zu sein scheint.

Informationstechnologien und elektronische Datenverarbeitung haben Sprach=
e,=20
unter dem zur Omnipotenz tendierenden Diktat der =D6konomie der Zeit, zu =
einer=20
Ware unter anderen gemacht. Allgegenw=E4rtige, bin=E4r codierte Informati=
onsbits=20
pulsieren mit Lichtgeschwindigkeit durch die Glasfaserkan=E4le. Die Verf=FC=
gung=20
=FCber sie wird zu einem &quot;Mu=DF&quot; in den Entscheidungsstrukturen, und dami=
t=20
dringen sie in die Historie ein. In den Technowissenschaften werden nicht=
=20
mehr nur Hypothesen =FCberpr=FCft, sondern die Maschinenprachen generiere=
n=20
Ideen. Das &quot;Apfelm=E4nnchen&quot; des &quot;Mandelbrotb=E4umchens&quot; versucht sich, s=
einer=20
an sich noch simplen Grammatik des bin=E4ren Codes folgend, allen=20
Erscheinungen anzuschmiegen, und da, wo sich Koinzidenz mit Natur herstel=
lt,=20
entstehen neue Wahrheiten, neue Produkte. Die Materie ist nicht l=E4nger =
das=20
neutrale Objekt des Erkennens, sondern die Technologie definiert ihre=20
Erscheinungsform und ihren Verf=FCgbarkeitsstatus.

-------------------------------------------------------------------------=
------

&quot;Das ganze Kommunikationssystem ist von einer komplexen, syntaktischen=20
Sprachstruktur zu einem bin=E4ren, signalartigen System von Frage/ Antwor=
t zum=20
permanenten Test =FCbergegangen. Test und Referendum sind aber bekanntlic=
h=20
perfekte Simmulationsformen: Die Antwort wird durch die Frage induziert, =
sie=20
wird im Voraus bezeichnet. Das Referendum ist also immer nur ein Ultimatu=
m&quot;.=20
(2)

N=E4herungsrechnung dringt in die Substanz selbst vor und designed darin:=
 Die=20
=C4sthetisierung der Materie. Damit ist aber der zur Wahrheit bef=E4higen=
de=20
klassische Referent verloren, Erkenntnis der Gefahr ausgesetzt,=20
Selbstprojektion als objektive Reaktion zu deklarieren.

Materie, zu Beginn der Moderne als verf=FCgbar den Kategorien der Vernunf=
t=20
bestimmt, entpuppt sich als unendlich sprach=E4hnlich, sinn=E4hnlich, ohn=
e aber=20
in Anbetracht der sich exponentiell steigernden Vielheit der erfa=DFten=20
Ph=E4nomene zunehmend als vern=FCnftig zu erscheinen. Deshalb die rasante=
=20
Konjunktur der Theoreme und Ad hoc- Erkl=E4rungen: Die neuen Planeten, di=
e=20
durch Rechenfehler auftauchen und wieder verschwinden, und das verbreitet=
e=20
Hausieren im Bestand der Philisophie, wodurch diese selbst unter dem=20
Machbarkeits- und Verwertungsdiktat marginalisiert wird. Ebenso l=E4uft K=
unst=20
Gefahr, reibungslos in Werbebotschaften transformiert zu werden, die die=20
Message von Personality und Identity transportieren.

&quot;Die eigentlich generative..., die stabilisierte Form des Codes, das ist =
die=20
Formel der Binarit=E4t, der Digitalit=E4t, nicht der reinen Wiederholung,=
=20
sondern der minimalen Abweichung, der minimalen Modulation zwischen zwei=20
Termen, das hei=DFt, das kleinste gemeinsame Paradigma, das die Fiktion v=
on=20
Sinn aufrecht erhalten k=F6nnte. Diese Simulation, diese Kombinatorik der=
=20
inneren Differenzierung des Bildlichen, wie des Konsumgegenstandes,=20
reduziert und verengt sich in der gegenw=E4rtigen Kunst so sehr, da=DF es=
=20
schlie=DFlich nur noch eine winzige Differenz ist, die das Hyperreale von=
 der=20
Hypermalerei trennt&quot;. (3)

Die sprach=E4hnliche Unvernunft der technologisch befragten Materie f=E4l=
lt auf=20
das Subjekt selbst als Fragendes zur=FCck, vernebelt den Horizont der=20
Emanzipation durch schim=E4rische Erkenntnis unter dem Faktum des=20
Nutzaspektes, demzufolge das Machbare auch gemacht wird.

Sie generiert Bedingungen und Produkte in denen der Mensch selbst, als=20
Gleicher unter Gleichen, zum Gegenstand des Experiments wird, und so Gefa=
hr=20
l=E4uft, einer wahrhaft naturw=FCchsigen Agonie anheimzufallen.

Hier wittert religi=F6ser Fundamentalismus heute seine Chance und bietet =
doch=20
nur den Tausch einer =DCnm=FCndigkeit gegen eine andere. Hier regt sich d=
er=20
Versuch eines Entkommens aus der universellen Performance in die &quot;wa(h)re=
&quot;=20
Historizit=E4t als Remake des Remakes, aber mit echten Leichen.

Zwischen dem Neo- eines neuen Historizismus und der Vereinnahmung durch=20
Simulation gilt es f=FCr die Kunst eine Position zu finden.

Will man nicht zu wirklich &quot;lebendem Geld&quot; (4) verkommen, mu=DF die Auton=
omie=20
der K=F6rperlichkeit, als Entwurf der Freiheit, in der Pr=E4senz erstritt=
en=20
werden. Nur mit ihr kann Sinn einhergehen.

Die Arbeiten von Wilfried Marks bleiben Abformungen, Ausdr=FCcke, Abdr=FC=
cke,-=20
K=F6rper.

Sie sind nicht fiktional, sondern ganz und gar von dieser Welt, auch wenn=
 an=20
ihnen Unsichtbares im Sichtbaren aufscheint.

Hermann Pitton, Marburg, 1992



(1) Theodor W. Adorno, &quot;=C4sthetische Theorie&quot;, Suhrkamp, 1970

(2, 3) Jean Beaudrillard, &quot;Der symbolische Tausch und der Tod&quot;, Matthes &amp;=
=20
Seitz, 1982

(4) Pierre Klossowski, &quot;Lebendes Geld&quot;, Impuls, 1982

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t Du ihn=20
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=20
projeziert hattest und schon stattgefunden haben, vielleicht durch andere=
=20
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lesenswert,=20
vor allem auch die &quot;Erfindung&quot; des Titels &quot;Kunst als Programm&quot;.- Sch=F6ne=
n=20
Gru=DF!&lt;/FONT&gt;&lt;/DIV&gt;
&lt;DIV&gt;&lt;FONT face=3DArial size=3D2&gt;&lt;FONT face=3D&quot;Times New Roman&quot;=20
size=3D3&gt;&lt;/FONT&gt;&lt;/FONT&gt;&amp;nbsp;&lt;/DIV&gt;
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Kunst als=20
Programm&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Bemerkungen zu den Arbeiten von Wilfried Marks&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Was=
 kann=20
man im ausgehenden Jahrhundert, zu dessen Beginn die &lt;BR&gt;Heisenberg=B4sch=
e=20
Unsch=E4rferelation und Einsteins Relativit=E4tstheorie dem &lt;BR&gt;Imperativ=
 der=20
Aufkl=E4rung, da=DF der Mensch die Kategorien der Welterkenntnis &lt;BR&gt;best=
imme, den=20
ersten Schlag versetzten, und an dessen Ende die vollst=E4ndige &lt;BR&gt;Aufli=
stung des=20
menschlichen Genoms erwartet wird und erste Patentantr=E4ge f=FCr &lt;BR&gt;das=
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&lt;BR&gt;erwarten?&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Nach Auschwitz und Hiroshima, nach der Landung auf d=
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und nachdem das &lt;BR&gt;Projekt Selbstbefreiung durch &quot;materialistische=20
Wissenschaft&quot; samt seiner &lt;BR&gt;Utopie und dem Archipel Gulag ad acta geleg=
t=20
worden ist, gibt es sicher &lt;BR&gt;keine Antworten, aber den Willen, die Frag=
e=20
pr=E4zise und in der richtigen &lt;BR&gt;Form am richtigen Ort zu stellen.&lt;BR&gt;&lt;=
BR&gt;Die=20
Werke von Wilfried Marks appellieren nicht an das Sch=F6ne des Gef=FChls,=
 an &lt;BR&gt;das=20
interesselose Wohlgefallen, wie Kant es wollte. Auch bezwecken sie nicht =
&lt;BR&gt;das=20
Erschauern vor dem Erhabenen, weil in amorphen Strukturen &lt;BR&gt;Sprach=E4hn=
liches=20
und damit vermeintlicher Sinn erscheint, wie in der &lt;BR&gt;informellen Maler=
ei.-=20
Nein, sie kommen im Gewand designter Produkte daher, &lt;BR&gt;geplant und=20
programmiert f=FCr die serielle Produktion, mit glatten &lt;BR&gt;Oberfl=E4chen=
 und klaren=20
Formen, wie aus zweiter Hand. Von der Warenform &lt;BR&gt;unterscheidet sie nur=
 ihre=20
Nutzlosigkeit. Die Person des K=FCnstlers als &lt;BR&gt;spontanes, impulsives o=
der gar=20
genialisches Subjekt verschwindet vollst=E4ndig &lt;BR&gt;unter der Oberfl=E4ch=
e der=20
generierten Dinge. Diese Dinge begn=FCgen sich nicht &lt;BR&gt;damit im Status =
des=20
Kunstwerks ihre Fremdheit zu offenbaren, sondern sie &lt;BR&gt;er=F6ffnen Disku=
rse, mit=20
denen sie in der Welt der etablierten Codes wildern.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;In der oft=20
zwingenden Logik ihrer formalisierten Systeme bringen sie &lt;BR&gt;&quot;wirklich=20
Unwirkliches&quot; zum Erscheinen. Aus der repr=E4sentativen Variation &lt;BR&gt;ein=
es=20
Grundthemas in Reihen von gleichwertigen Einzelerscheinungen &lt;BR&gt;entsprin=
gt=20
Unvorhergesehenes, welches auf einer Metaebene- quasi &lt;BR&gt;paralogisch- ne=
ue=20
Lesbarkeit zul=E4=DFt (z.B. Hinterland, 1990/ 91, Figur/ &lt;BR&gt;Grund, 1988,=
 oder=20
E.N.I.A.C. Furniture, 1983- 85/ 88). Andere Arbeiten &lt;BR&gt;pochen mit einer=
=20
stupenden Beharrlichkeit auf die Identit=E4t von Form und &lt;BR&gt;Inhalt,=20
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R&gt;(z.B.=20
Cool, 1988, Out + In, 1988, Rot, 1988).&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;&quot;Kunst ist Rationalit=E4t,=
 welche=20
diese kritisiert, ohne sich ihr zu &lt;BR&gt;entziehen; kein Vorrationales oder=
=20
Irrationales..., aber w=E4hrend sie die &lt;BR&gt;Gesellschaft opponiert, verma=
g sie=20
doch keinen ihr jenseitigen Standpunkt zu &lt;BR&gt;beziehen; Opposition geling=
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einzig durch Identifikation mit dem, &lt;BR&gt;wogegen sie aufbegehrt&quot;. (1)&lt;BR&gt;=
&lt;BR&gt;Dem=20
folgend hat sich heute der Standort der Kunst weiter verschoben, da das=20
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sein scheint.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Informationstechnologien und elektronische=20
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Diktat der =D6konomie der Zeit, zu einer &lt;BR&gt;Ware unter anderen gemacht.=20
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zu einem &quot;Mu=DF&quot; in den Entscheidungsstrukturen, und damit &lt;BR&gt;dringen si=
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Historie ein. In den Technowissenschaften werden nicht &lt;BR&gt;mehr nur Hypot=
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=FCberpr=FCft, sondern die Maschinenprachen generieren &lt;BR&gt;Ideen. Das=20
&quot;Apfelm=E4nnchen&quot; des &quot;Mandelbrotb=E4umchens&quot; versucht sich, seiner &lt;BR&gt;a=
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anzuschmiegen, und da, wo sich Koinzidenz mit Natur herstellt, &lt;BR&gt;entste=
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neue Wahrheiten, neue Produkte. Die Materie ist nicht l=E4nger das &lt;BR&gt;ne=
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Objekt des Erkennens, sondern die Technologie definiert ihre=20
&lt;BR&gt;Erscheinungsform und ihren=20
Verf=FCgbarkeitsstatus.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;------------------------------------------=
-------------------------------------&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;&quot;Das=20
ganze Kommunikationssystem ist von einer komplexen, syntaktischen=20
&lt;BR&gt;Sprachstruktur zu einem bin=E4ren, signalartigen System von Frage/ An=
twort zum=20
&lt;BR&gt;permanenten Test =FCbergegangen. Test und Referendum sind aber bekann=
tlich=20
&lt;BR&gt;perfekte Simmulationsformen: Die Antwort wird durch die Frage induzie=
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&lt;BR&gt;wird im Voraus bezeichnet. Das Referendum ist also immer nur ein Ulti=
matum&quot;.=20
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designed=20
darin: Die &lt;BR&gt;=C4sthetisierung der Materie. Damit ist aber der zur Wahrh=
eit=20
bef=E4higende &lt;BR&gt;klassische Referent verloren, Erkenntnis der Gefahr aus=
gesetzt,=20
&lt;BR&gt;Selbstprojektion als objektive Reaktion zu deklarieren.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Materi=
e, zu=20
Beginn der Moderne als verf=FCgbar den Kategorien der Vernunft &lt;BR&gt;bestim=
mt,=20
entpuppt sich als unendlich sprach=E4hnlich, sinn=E4hnlich, ohne aber &lt;BR=
&gt;in=20
Anbetracht der sich exponentiell steigernden Vielheit der erfa=DFten &lt;BR&gt;=
Ph=E4nomene=20
zunehmend als vern=FCnftig zu erscheinen. Deshalb die rasante &lt;BR&gt;Konjunk=
tur der=20
Theoreme und Ad hoc- Erkl=E4rungen: Die neuen Planeten, die &lt;BR&gt;durch Rec=
henfehler=20
auftauchen und wieder verschwinden, und das verbreitete &lt;BR&gt;Hausieren im =
Bestand=20
der Philisophie, wodurch diese selbst unter dem &lt;BR&gt;Machbarkeits- und=20
Verwertungsdiktat marginalisiert wird. Ebenso l=E4uft Kunst &lt;BR&gt;Gefahr,=20
reibungslos in Werbebotschaften transformiert zu werden, die die &lt;BR&gt;Mess=
age von=20
Personality und Identity transportieren.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;&quot;Die eigentlich generativ=
e...,=20
die stabilisierte Form des Codes, das ist die &lt;BR&gt;Formel der Binarit=E4t,=
 der=20
Digitalit=E4t, nicht der reinen Wiederholung, &lt;BR&gt;sondern der minimalen=20
Abweichung, der minimalen Modulation zwischen zwei &lt;BR&gt;Termen, das hei=DF=
t, das=20
kleinste gemeinsame Paradigma, das die Fiktion von &lt;BR&gt;Sinn aufrecht erha=
lten=20
k=F6nnte. Diese Simulation, diese Kombinatorik der &lt;BR&gt;inneren Differenzi=
erung des=20
Bildlichen, wie des Konsumgegenstandes, &lt;BR&gt;reduziert und verengt sich in=
 der=20
gegenw=E4rtigen Kunst so sehr, da=DF es &lt;BR&gt;schlie=DFlich nur noch eine w=
inzige=20
Differenz ist, die das Hyperreale von der &lt;BR&gt;Hypermalerei trennt&quot;.=20
(3)&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Die sprach=E4hnliche Unvernunft der technologisch befragten Ma=
terie=20
f=E4llt auf &lt;BR&gt;das Subjekt selbst als Fragendes zur=FCck, vernebelt den =
Horizont=20
der &lt;BR&gt;Emanzipation durch schim=E4rische Erkenntnis unter dem Faktum des=
=20
&lt;BR&gt;Nutzaspektes, demzufolge das Machbare auch gemacht wird.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Sie=20
generiert Bedingungen und Produkte in denen der Mensch selbst, als &lt;BR&gt;Gl=
eicher=20
unter Gleichen, zum Gegenstand des Experiments wird, und so Gefahr &lt;BR&gt;l=E4=
uft,=20
einer wahrhaft naturw=FCchsigen Agonie anheimzufallen.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Hier witter=
t=20
religi=F6ser Fundamentalismus heute seine Chance und bietet doch &lt;BR&gt;nur =
den=20
Tausch einer =DCnm=FCndigkeit gegen eine andere. Hier regt sich der &lt;BR&gt;V=
ersuch=20
eines Entkommens aus der universellen Performance in die &quot;wa(h)re&quot;=20
&lt;BR&gt;Historizit=E4t als Remake des Remakes, aber mit echten=20
Leichen.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Zwischen dem Neo- eines neuen Historizismus und der=20
Vereinnahmung durch &lt;BR&gt;Simulation gilt es f=FCr die Kunst eine Position =
zu=20
finden.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Will man nicht zu wirklich &quot;lebendem Geld&quot; (4) verkommen, =
mu=DF die=20
Autonomie &lt;BR&gt;der K=F6rperlichkeit, als Entwurf der Freiheit, in der Pr=E4=
senz=20
erstritten &lt;BR&gt;werden. Nur mit ihr kann Sinn einhergehen.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Die Arbe=
iten=20
von Wilfried Marks bleiben Abformungen, Ausdr=FCcke, Abdr=FCcke,-=20
&lt;BR&gt;K=F6rper.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Sie sind nicht fiktional, sondern ganz und gar von d=
ieser=20
Welt, auch wenn an &lt;BR&gt;ihnen Unsichtbares im Sichtbaren=20
aufscheint.&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;Hermann Pitton, Marburg, 1992&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;(1) Theod=
or W.=20
Adorno, &quot;=C4sthetische Theorie&quot;, Suhrkamp, 1970&lt;BR&gt;&lt;BR&gt;(2, 3) Jean Beaudr=
illard,=20
&quot;Der symbolische Tausch und der Tod&quot;, Matthes &amp;amp; &lt;BR&gt;Seitz, 1982&lt;BR&gt;&lt;B=
R&gt;(4)=20
Pierre Klossowski, &quot;Lebendes Geld&quot;, Impuls,=20
1982&lt;/FONT&gt;&lt;BR&gt;&lt;/DIV&gt;&lt;/FONT&gt;&lt;/BODY&gt;&lt;/HTML&gt;

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